1. August-Ansprache, Altenrhein
31. Juli 2012


Sehr geehrte Damen und Herren Touristen und Campeure vom Camping Idyll, geschätzte Damen und Herren us Alterhy und Umgebig, werti Vertreter vom Verkersverein Altenrhein, gschätzti Gäscht

Es isch mir e grossi Ehr, dass i als frischgebackene Kantonsrotspräsident do im Alterhy dörf d‘1.August Asproch halte! Wer s’erscht Mol als Zuschauer e Session im Kantonsrot miterlebt, stuunet nöd schlecht über die Unrue im Regierigssaal, das gsiend sie jo au im Fernseh, wenn us em eidg.Parlament brichtet wird: do wird gschwätzt, umeglaufe, Zitig gläse, Kafi trunke. Als Präsident chani d Kantonsröt jetzt us ere andere Perspektive aluege und do chunt eim scho mengmol d’Ussag vom Bill Clinton in Sinn wo gseit hat: «Ein Präsident ist wie ein Friedhofsverwalter. Er hat eine Menge Leute unter sich, aber keiner hört zu». Mini Hoffnig bestoht dorin, dass es hüt und do anderscht si wird!

Mä cha jetzt säge, es isch e „Heimspiel“ für mi, do ä Red z’halte. Es Heimspiel hät aber au sini Tücke, das kennt sicher au jede Sportler: D’Ufregig isch es bitzli grösser, s’Chribble im Buuch stärker und d’Erwartige vom Publikum höcher. Aber für mi häts au Vorteil: I ha kei wiiti Reis, mue kei Vorabklärige tröffe und d’Örtlichkeite begutachte und kenn di meiste Lüüt und s’Wichtigscht für mi: Do isch mini HEIMAT. Heimat bedütet für mi ganz vil: döt woni ufgwachse bi, mini Wurzle ha, döt wohni dehai bi, woni mi wohl fühl. Heimat isch mini Umgebig, mini Gmeind, min Kanton und nöd z’letscht: mini Schwiz, wo mer morn dä Geburtstag fiiret.

De Horst Wolfram Geissler hät mit Recht festgstellt: „Die Heimat ist nie schöner, als wenn man in der Fremde von ihr spricht.“ Grad jetzt i de Ferieziit freued mir üs doch immer wieder zum heicho i üsi Heimat. Öb echt di chli Schwizer Delegagation, allne vora de Stanislas Wawrinka, am vergangene Fritig au a eri Heimat denkt hend, wos z
London a de Olympiade im Stadion imarschiert sind? Mir jedefalls sitzed i de nöchste Wuche gspannt vor em Fernseh und hend än riesige Stolz, wenn än Schwizer Athleth oder ä Mannschaft für üsi Heimat e Medaille erkämpft! Denn fühled mer üs stolz als Schwiizer i dä Gmeinschaft.

S’überwaltigende Gfühl vo Heimat hani am 5. Juni bim Kantonsrotspräsidentsempfang dörfe i üsem Dorf erläbe. Es stellt mir immer no alli Hoor z’Berg (au weni nüme so vil ha..), die viele Lüüt am Strosserand und uf em Schuelhuusplatz hend mi u stolz gmacht! Althery isch e riesigi Gmeinschaft worde und üsi Gmeind isch so vo de ganze St.Galler Regierig enorm positiv wohrgnoh worde. So hani au min Grundsatz vome volksnohe Kantonsratspräsident bereits chöne unter Bewis stelle.

Woni kürzlich ha dörfe Gast si a de Premiere vom Tellmusical vor ere sensationelle Kulisse und Gschicht vom Kampf gäg de Gessler wieder mol vorgspielt übercho ha, hani mir denkt: „Wär da echt i de hütige Ziit au no möglich? Sind d’Lüüt im Lauf vo de Johre zu Einzelgänger worde oder lohnt’s sich au hüt no, sich gsellschafts-politisch zäme z’tue? Bim
Tell häts gheisse: „Seid ein einig Volk von Brüder!“ Chame so e Gmeinschaft, so e Zämeghörigkeit hüt no erlebe? I glaub i üsere Gmeind scho! Die jöhrlich Zwetschgenchilbi und grad im vergangene Juni - D‘Gwerbschau im Flugzüghangar hani als so än Alass erlebt, mitenand und nebenenand hät sichs Gwerb us üsere Region vo sinere beste Site präsentiert. Und i ha wieder emol dörfe feststelle, dass i üsere Gmeind, entschuldiget Sie de Usdruck: eifach SAUGUETE Wii gmacht wird. So isch min 1. Rundgang a de Eröffnig denn au vo Stand zu Stand lustiger worde… Aber me dezu wöt i nöd pris geh.

I mim Privatläbe und au i de Politik setz i mich i für e mitenand statt e gegenand. Vor allem i de momentan schwierige wirtschaftliche Zit isch da userordentlich wichtig! EUROKRISE tönts us viele europäische Länder. Au uf üses Land hät da grossi Uswirkige. Mit em tüüfe Euro hät im Grenzgebiet de Kauf-Tourismus enorm zugnoh. Verständlich, denn im Endeffekt lueget jede z’erscht emol für sis eigene Portmonaie. Da setzt aber üsi Löhn und Arbeitsplätz zusätzlich unter Druck. Und so appeliere i au a si, dass mer üse ignommeni Franke doch au wieder i dä Schwizer Binnenwirtschaft usgeh söt, susch wird’s Unglichgwicht no grösser. I möcht absolut kein Moralapostel si, nu dra erinnere, wie wichtig Zämehalt und gegesitigi Unterstützig vor allem i wirtschaftlich schlechte Ziite sind! SCHULDEBREMSE isch’s än anders Stichwort wo mä überall i de Medie ghört. Au mir im Kanton St. Galle müend spare. Unpopuläri und schweri Entscheid müend gfällt werde zum Geld ispare. Persönlich bini i minere 1. Session im Juni scho vor sonere schwere Entscheidig stande. I ha mi us em Buuch use entschiede, gäg mini Partei, wa e riesigi Muetprob für mi gsi isch und mir nöd nu Lob ibrocht hät.. Aber i has wichtig gfunde, mi für anderi Lüüt izsetze und nöd nur für mi selber z’luege, geschweige denn no för Partei. Es schint mir drum sehr wichtig, dass d Wirtschaftsvertreter wieder meh Verantwortig gegenüber andere Lüüt übernehmed und sich nöd nur um en möglichst höche Profit kümmered.

Us dem Grund wöris begrüesse, wenn sich so vil Lüüt wie möglich im öffentliche Läbe engagiered, eri Meinig üssered, mitgstalted und mitbestimmed. Denn Politik isch nüt Abstrakts, Abghobes oder sogar Unwichtiges! Also bitte kei BerüerigsaÅNngst – Politik isch nämli kei Krankheit, nu mengmol echli asteckend us minere Optik. Es bruucht Lüt, wo sich für d’Wünsch vo de Allgemeinheit stark mached und sich für verschiedeni Ämter zur Verfügig stelled. Es bruucht aber au gnüegend Wähler: Am 23. September werded i de Gmeinde neue Röt gwählt für die nöchst Amstperiode. Sind Sie debi und fülled d Wahlzettel us, so cha jede Einzelni mitrede und mitbestimme!

Mit eme Zitat vom Johann Wolfgang von Goethe möcht i gern zum Schluss cho und dank Ihne herzlich fürs Zulose: Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, das ist es, was ich eine Heimat nenne. So wünsch ich Ihne no ä gselligs, gmeinschaftlichs 1.August-Fest i üsere schöne Heimat! En verbunde mit em ufruef, in Erinnerig z`ruüefa, wie Schwiz stark worde isch und zwor neutral, vereinigt und mitere guete direkte Demokratie. Hebed mer üsem Land sorg und tönd nöd nu hüt
Gmeinschaft lebe, sondern au während em Jahr. Herzliche Dank für ihre Ufmerksamkeit