Verabschiedungsfeier von Luzius Eugster und Niklaus Oberholzer 12.12.2012

Sehr geehrter Herr Regierungsrat, geschätzter Präsident des Verwaltungsgerichtes,
geschätzte Kolleginnen und Kollegen aus dem Kantonsrat, werte Damen und Herren
aus Gerichte, Staatsverwaltung und Familienangehörige, geschätzter Luzius,
geschätzter Niklaus

Es freut mi usserordentlich, dass es mer obliegt, die beste Grüesse und
dä Dank em Luzius Eugster sowie em Niklaus Oberbholzer vom
Kantonsrot dörf überbringe. Es isch nöd alltäglich för en Kantonsrotspräsident, dass
mer ä Pensionierig und ä bruefliche Witerentwicklig einere gmeinsame Fir dörf
verdankä. Aber i mach das gern, do es hüüt und jetzt abrocht isch, ä
Würdigung für die scheidende Kantonsrichter us Sicht vo dä Politik für
gueti Arbeit för dä Kanton St.Gallen mache.

I ha aber fascht es schlechts gwüsse, denn mini Laudatio im Kantonsrat
für Eu beidi -i dä Septemebersession- isch ufgrund vo dä Verabschiedig
vom Prof. Ulirch Cavelti für mini Achtig zu Eurer Arbeit in Hintergrund
trete und nöd richtig gwürdigt worde. Aber natürlich wöt i hüüt
Glegenheit umso meh nutze, um die würdigenden Worte nomol in
Erinnerig zrüefe, wo i für Eu i dä September Session vorbereitet ha.
Aber nun no kurz zu dene Beidne zu Ehrende.

Dä Rücktritt von Niklaus Oberholzer stoht im Zusammenhang mit sinere
ehrenvollen Wahl als Richter an das Bundesgericht, was für den
Kantonsrat Anlass ist, die richterliche Laufbahn und die Persönlichkeit
von Niklaus Oberholzer zu würdigen.
Als Kantonsgerichtspräsident begleitete Niklaus Oberholzer den
Prozess, wie die Gerichte im Rahmen der kantonalen Justizreform 2009
neue Aufgaben überno und entsprechend neue Kompetenzen öbercho
hend, wo im Ergebnis zu einer weit gehenden Unabhängigkeit der Justiz
auch im Bereich der Justizverwaltung gführt hend. Niklaus Oberholzer
hät sich us üsere Sicht uszeichnet, dass er im Verlauf vo sinere
Laufbahn die Justiz von allen Seiten kennenglernt hät, so wie mer hüt au
erfahre hend. Er war Untersuchungsrichter, dann Strafverteidiger und
schliesslich Kantonsrichter. So hat er die verschiedenen Perspektiven
und Standpunkte, welche die einzelnen Funktionen mit sich bracht hend,
jeweils selber kennengelernt. Niklaus Oberholzer hat sich au als
Strafrechtler weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen
geschaffen. So isch er als Experte in Kommissionen der
Eidgenössischen Räte beigezoge wordä, hät unzählige
Veröffentlichungen in Fachzeitschriften erstellt, hät en vielbenutzten
Kommentar zur Strafprozessordnung erloh und hät Vorlesungen an der
Universität St.Gallen ghalte. Bei allem isch es em Niklaus Oberholzer
wichtig gsi, seine Verantwortung als Richter im Sinn vonere bürgernahen
Justiz wahrzunehmen und die Interessen der Justiz mit
staatsmännischem Blick zu vertreten. Niklaus Oberholzer hat die
Strafrechtspflege als Persönlichkeit über Jahrzehnte massgebend
mitgeprägt. Und drum gebührt ihm für sin vielfältige und langjährigen
Einsatz im Dienst der St. Galler Justiz der Dank und die Anerkennung
von der Öffentlichkeit. Persönlich hät er ideel mini Beweggründ
unterstützt, dass die Motion us dä Rechtspflegekommission überwiesen
worde isch, wos um das nöd ganz eifachi Wahlgschäft bim Kreisgericht
Rorschach gange isch.

Es ist deshalb für den Kantonsrat au Anlass gnueg, um die richterliche
Laufbahn und die Persönlichkeit von Luzius Eugster zu würdigen, bevor
er in den Ruhestand tritt.
I sinere Funktion als Kantonsgrichtspräsident het er sich defür igsetzt,
dass der hohen Belastung am Kantonsgericht mit angemessenen
Massnahmen wirkungsvoll Rechnung treit werde cha. Die in Gang
gesetzte Entwicklung hät mit der Schaffung eines Generalsekretärs zur
Entlastung der Richter von administrativen Aufgaben agfange und
endete mit einer weitgehenden Selbständigkeit der Justiz auch im
Bereich der Justizverwaltung seit der Umsetzung der kantonalen
Justizreform im Jahr 2009.
Luzius Eugster hat sich mit grossem Engagement und in verdienstvoller
Weise für die Strafrechtspflege eingesetzt. In seiner langjährigen
Tätigkeit als weitum anerkannter Strafrechtspraktiker hat er die
Rechtsprechung vo dä Strafkammer wesentlich mitprägt. Debi het er sich
unermüdlich dafür igsetzt, dass die Justiz für die Beschuldigten und die
Öffentlichkeit verständliche Urteile fällt und keine ungebührlichen
Pendenzen entstanden sind. In jedem Einzelfall isch es ihm ein Anliegen
gsi, dass für die Betroffenen der Grundsatz vomene fairen Verfahren
praxisnah umgesetzt und nachvollziehbar gelebt worde isch.
Ufgrund sinere offenen und überlegten Art isch er bei den
Verfahrensparteien wie bei den Kollegen – und erscht kürzlich hät mir en
Kantonsrichter persönlich gseit, dass er di vermisse wird - und
Mitarbeitenden gleichermassen anerkannt. Mini Recherche hend erge,
dass Du Luzius s Kantonsgericht als Persönlichkeit über Jahrzehnte
stark mitgeprägt häsch. Dir – Luzius - gebührt für Din wertvollen und
langjährigen Einsatz im Dienst der St. Galler Justiz ebenfalls Dank und
Anerkennung vo der Öffentlichkeit. So richtig kenneglernt han ich dä
Luzius Eugster anlösslich vomen Fraktionsusflug, wo i mini Region am
See gführt het.

Au wenn ich persönlich nöd mit enem juristische Studium cha diene, so
han ich doch i dä letztschte 5 Johr, als Mitglied vo dä
Rechtspflegekommission – und deren Präsident isch jo hüüt au
anwesend – gwüssi juristische Erfahrige dörfe sammle. Aber es schadet
jo nüüt, wenn auch en Ma us em Volk – wie mer Kantonsröt üs
spreched- mit gsundem Menschenverstand i dä Rechtspflege mitwirkt.
So hät mer mi chönne gwünne für d`Rechtspflegekommission. Und
gschadet hets mir uf jedenfall nöd. Soviel stoht fescht. Aber das söll nöd
heisse, dass d`Juriste kein gsunde Menschenverstand hend, aber merkt
mo doch, dass es ehri aller Ufgob isch, für Recht und Gerechtigkeit
i`zstoh und z`urteile.
Nun wünschi Eu Beidne – uf Eure so unterschiedliche witere
Lebensweg- Alles gueti und i freu mi uf witeri persönliche Begegnigä.