Laudatio Saisonabschlussfest RV Altenrhein, 27.10.2012

Sehr geehrter Präsident des RV Altenrhein, sehr geehrte Vorstandsmitglieder, Trainer,
Freunde des Radsportes, insb. die Jugendlichen, geschätzte Damen und Herren,
liebe Gäste

I bedank mi ganz herzlich, dür die Glegeheit, das ich hüt ä kurzi Laudatio zum
Saisonabschlussfest halte dörf. Für mi isch es ä bsonderi Ehr – das nöd nu als Mitglied
vom RV Alterhy, oder als Mitglied vom OK bodenseerundfahrt – sondern för mi e grossi Ehr,
dass ich als Kantonsrotspräsident die Festred halte dörf. E Red z`halte, bi dene grosse Erfolg,
welli „erfahre“ oder „erradelt“ worde sind, bedeutet för mi au Hochachtig für d`Sportler, aber
grad so wichtig au allne Helfer im Hintergrund, wo dä Erfolg au erscht ermöglicht hend. Es
freut mi jewils, dass mer i dä Medie, die Erfolg au verbreitet tüend. Obschon ich kein
„Gümmeler“ bin, kann ich als aktives Mitglied der Männerriege Altenrhein und ehemaliger
"Tschütterler" auf ein gutes Stück Sportlererfahrung zurückblicken.

Beim Radsport, wie bei den meisten Sportarten, geht es darum,
Leistungen im Rahmen eines fairen Wettkampfes zu messen. Sport kann aber auch
die Erfahrung von Teamgeist, gemeinsamer Befähigung von Leistung und
Partnerschaft vermitteln. Diese Tugenden sind direkt ins Privat- und Berufsleben
übertragbar und machen eine sportliche Betätigung umso wertvoller. Schließlich
machen wir im Sport auch Grenzerfahrungen mit dem eigenen Körper: Wir lernen,
mit dem Körper fair umzugehen. Wir sollen ihn nicht überfordern, auch nicht mit
unlauteren Mitteln. Faires Handeln heißt auch, auf Unsinn zu verzichten und
überhaupt von dem Wahn abzukommen, dass Gesundheit, Jugend und Muskelkraft
unbeschränkte Güter sein könnten.

Der Sport erfüllt jedoch auch eine große gesellschafts- und sozialpolitische Aufgabe.
Er ist der soziale Kitt der Gesellschaft, denn er führt Menschen zusammen und
bindet sie in Gemeinschaften. Viele von Ihnen setzen sich ein in Vereinen oder
einem Verband und engagieren sich somit für die Jugend, für die Volksgesundheit,
für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und für vieles mehr. So wie mir nachgesagt
wird, dass i überall debi sei. Damit tragen Sie zum Zusammenhalt unserer
Gesellschaft und zum toleranten und friedlichen Miteinander bei. Gerade im
sportlichen Wettkampf kann das allgemeine Verständnis wichtiger gesellschaftlicher
Werte wie Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität sensibilisiert werden. Es werden
Lerngelegenheiten geschaffen, um die soziale Kompetenz zu erhöhen, um die
Fähigkeiten zur Kommunikation und zur sozialen Integration zu verbessern. Diese
Werte vorgelebt zu bekommen – und dies entspricht meiner persönlichen
Überzeugung - ist insbesondere für Kinder und Jugendliche von grosser Bedeutung.

Als Kantonsparlamentarier und au als Kantonsratspräsident habe ich mich daher
stets für die Sache des Sports eingesetzt. Das Konzept "Sport und Bewegung im
Kanton St.Gallen", welches die bundesrätliche Sportpolitik auf Kantonsebene
umsetzt und an dessen Ausarbeitung ich beteiligt war, sieht verschiedene
Massnahmen vor, um sportliche Betätigung in der Bevölkerung zu fördern. Natürlich
weiss ich, dass ich bei Ihnen, geschätztes Damen und Herren, offene Türen
einrenne, wenn ich von Sportförderung spreche, schliesslich gehören Sie zu den
aktiven Zeitgenossen. Haben Sie gewusst, dass sich fast zwei Drittel der St.Gallerinnen
und St.Galler aus gesundheitlicher Sicht zu wenig bewegen? Dies obschon im
Kanton St.Gallen rund 1'200 Sportvereine mit über 140'000 Mitgliedern aktiv sind und
zudem 50'000 Personen Fitnesscenter besuchen. Sportliche Aktivitäten sind zwar
grundsätzlich Privatsache. Angesichts der gesundheitlichen Folgen vom weit
verbreiteten Bewegungsmangels ist jedoch staatliche Förderung vermehrt notwendig.
Wie gesagt, fast zwei Drittel der hiesigen Kantonsbevölkerung erfüllen diese
Minimalanforderung nicht. Es ist daher auch die Aufgabe des Staates, geeignete
Massnahmen zu treffen um solche Folgeschäden und die daraus entstehenden
Kosten einzudämmen. Leider muss da der Staat mithelfe.n An dieser Stelle setzt das
Konzept "Sport und Bewegung im Kanton St.Gallen" an. Als wichtigste Massnahmen
sind vorgesehen resp. befinden sich in der Umsetzung:
• Bewegungsfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raumes
• Bewegungsförderung im Kleinkindesalter über Erziehende (Spielgruppen,
Vorkindergarten, Elternberatung)
• Förderung der Qualität im Sportunterricht in der Schule über die Aus- und
Weiterbildung der Lehrpersonen
• Bewegungsförderung des inaktiven Bevölkerungsteils und gezielte Förderung
eines aktiven Lebensstils in der zweiten Lebenshälfte zur Erhaltung und
Verlängerung der Unabhängigkeit im Alter, Förderung des Seniorensports
• Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten von Turnhallen und Sportanlagen
Sie sehen also – selbst wenn es dem einen oder anderen schwer fällt zu glauben –
auch als Politiker steigt man in die Hosen und versucht stets einen guten Lauf
zu haben.

I wünsch Euch allne und em RV Alterhy witerhin viel Ausdauer, Elan und nötige
Unterstützig – natürlich wör i mi bi sport Toto wenn nötig för Eu i setze – vo allne
Ebene för euer vorhaben, en guete und erfolgriche Verein witerhin zsi.
I zieh min huet vor all dene Leistigä , wo mer hüt dörfed Ehre und hoffe, dass ihr au
witerhin mit Eunä Erfolg üsi schö Region am bodensee useträged i d`Welt oder aber
au i d`Medien, denn i ha defür nu ei Johr Zyit und drum isch min Terminkalender so
voll bis nöchschte Juni, wo das Präsidialjohr z`End got.
Mached Sie witer uf em igschlagene Weg und sorged Sie defür, dass au Lüt gfunde
werded für dä Vorstand, insbesondere für en Präsident.
Herzliche Dank für D`ufmerksamkeit und allne no en schönä festliche Obig.